Diese Website verwendet Cookies. Wenn Sie hier weitersurfen, erklären Sie sich damit einverstanden. > mehr erfahren
Oben
  • Drucken
  • schlecht ausreichend durchschnitt gut besonders gut
    Bewertungen

Sicherungsschein und Reisestorno

22.10.2019

Rechtsfrage des Tages:

Buchen Sie eine Pauschalreise, muss der Reiseveranstalter Ihnen einen Sicherungsschein übergeben. Greift dieser auch im Falle einer Insolvenz, wenn Sie die Reise selbst storniert haben?

Antwort:

Wer eine schöne Reise antreten will, lässt sich häufig nicht lumpen. Und bei einer teuren Pauschalreise reißt schon die erste Anzahlung ein ordentliches Loch ins Portemonnaie. Ärgerlich ist es, wenn die Reise dann nicht stattfinden kann. Ob Sie Ihre Anzahlung zurückerstattet bekommen, hängt von der Art der Absage ab.

Haben Sie die Reise selbst storniert, verliert der Reiseveranstalter seinen Anspruch auf den Reisepreis. Folglich können Sie die Erstattung Ihrer Anzahlung verlangen. Leider wird dieser Anspruch meist von den Stornogebühren geschluckt, die der Veranstalter sich in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen hat zusagen lassen. Was ist aber mit dem Erstattungsanspruch, wenn der Veranstalter insolvent geworden ist?

Das Reiserecht sieht eine spezielle Absicherung von Pauschalreisenden bei der Zahlungsunfähigkeit des Veranstalters vor. Nach § 651 r Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) muss der Veranstalter dem Reisenden einen Sicherungsschein übergeben. Dieser belegt, dass der Veranstalter eine Versicherung zugunsten des Kunden für den Fall des Ausfalls der Reise und seiner Insolvenz abgeschlossen hat (Sicherungsfall).

Nach dem Gesetzeswortlaut dürfte bei einem Rücktritt des Reisenden vom Vertrag kein Sicherungsfall vorliegen. Die Insolvenzversicherung erstattet den Reisepreis, wenn die Reiseleistung aufgrund von Zahlungsunfähigkeit oder der Eröffnung des Insolvenzverfahrens des Veranstalters ausfällt. Nach Ansicht des Bundesgerichtshofes kommt eine Erstattung auch in Betracht, wenn eine Reise mangels Nachfrage abgesagt wird und der Reisepreis aufgrund nachfolgend eingetretener Zahlungsunfähigkeit des Veranstalters sodann nicht zurückgezahlt werden kann.

Stornieren Sie selbst eine Reise, so fällt diese aber nicht aus. Sie entscheiden sich selbst, die Reise nicht anzutreten. Außerdem liegt bei einem Rücktritt vom Reisevertrag gar keine Reise mehr vor, die abgesichert werden müsste. Bei der Stornierung einer Reise, die von der Thomas Cook-Insolvenz betroffen ist, sollten Sie besonders vorsichtig sein. Liegt der Reisetermin nach dem 01.01.2020 haben Sie derzeit immer noch einen gültigen Pauschalreisevertrag. Stornieren Sie jetzt diese Reise, könnte sich ein späterer Insolvenzverwalter wegen der Stornogebühren an Sie wenden.

Permalink

Tags:

Ähnliche Beiträge:

Kontakt

0800 3746-555
gebührenfrei